UNRUHEN IN SYRIEN

Chaos in Syrien: Ist Assads Frau nach Russland geflohen?

Während die Kämpfe in der syrischen Hauptstadt Damaskus immer intensiver werden, brodelt die internationale Gerüchteküche um den Verbleib von Präsident Bashar al Assad und Gattin Asma. So wurde zwischenzeitlich nicht nur behauptet, dass der Diktator beim Bombenattentat am vergangenen Mittwoch ebenfalls verletzt worden sei. Angeblich soll auch seine Frau Asma längst nach Russland geflohen sein. Verlässliche Fakten gibt es bisher allerdings nicht.

Wo sind Asma al Assad und ihre drei Kinder? (Foto: Ammar Abd Rabbo/flickr)

Wo sind Asma al Assad und ihre drei Kinder? (Foto: Ammar Abd Rabbo/flickr)

Aufgebracht wurden die Spekulationen unter anderem vom britischen Blatt „ The Guardian“. Unbestätigten Gerüchten zufolge solle Bashar al Assad bei dem verheerenden Bombenattentat im Zentrum von Damaskus, bei dem hochrangige Vertreter seines innersten Machtzirkels wie der stellvertretende Chef der Streitkräfte, Assef Shawkat, sowie Verteidigungsminister Dawoud Rahja getötet wurden, ebenfalls verwundet worden sein.

Später hieß es jedoch, Assad, der sich seit dem Angriff nicht mehr gezeigt hat, halte sich in der Küstenstadt Latakia auf. Von dort aus, so wird in Oppositionskreisen und unter westlichen Diplomaten berichtet, wolle er seinen Vergeltungsschlag für die Ermordung seiner Anhänger koordinieren. Ob er allerdings bereits vor der schweren Attacke nach Latakia gereist war oder erst danach oder ob er sich überhaupt dort aufhalte, das ist bisher völlig unklar. Als sicher gilt jedoch, dass er Damaskus auf Grund der schwierigen Sicherheitslage inzwischen verlassen hat.

Asma al Assad kann nicht zurück nach Großbritannien

Ebenfalls unklar ist, wo sich seine Frau Asma, eine gebürtige Britin, die erst vor zwölf Jahren nach Damaskus übersiedelte, mit den drei gemeinsamen Kindern aufhält. Es kursieren Gerüchte, wonach sie sich bereits am Mittwochabend nach Russland abgesetzt haben könnte. Ausgeschlossen werden können hingegen Ziele wie die Türkei oder der Libanon. Auch in ihre alte Heimat Großbritannien kann sie auf Grund eines seit März bestehenden Einreiseverbots kaum gelangt sein.

Während Assad beharrlich schweigt, hat sich kurz nach dem Attentat bereits der syrische Informationsminister Umran al-Zuabi zu Wort gemeldet. Er kündigte an, dass diejenigen, die hinter diesem Attentat stecken würden, zur Verantwortung gezogen werden – selbst, wenn sie sich außerhalb des Landes befänden. Seiner Ansicht nach war die Bombardiung des Spitzentreffesn von Kabinettsmitgliedern und ranghohen Vertretern der Sicherheitsdienste ein Gemeinschaftswerk der Geheimdienste Katars, Saudi Arabiens, der Türkei und Israels.

Hunderte Familien fliehen aus Damaskus

Unterdessen verschärft sich die Lage in Damaskus zusehends. Die Rebellen rufen die Entscheidungsschlacht aus während sich bereits Hunderte Familien aus der Hauptstadt auf der Flucht befinden. Allein am Mittwoch sollen ganze 200 Menschen bei Gefechten ihr Leben verloren haben. Auch an diesem Donnerstag setzen die Regierungstruppen Militärhubschrauber ein, um auf die Rebellen zu schießen. Immer öfter ziehen die Medien derzeit auch Paralleln zu Libyen. Wie lange der Sturz Assads  im Gegensatz zu dem von Gaddafi auf sich warten lässt, ist allerdings noch völlig offen.

Und auch aus Russland gibt es Neuigkeiten: Wie ein Putin-Berater in Moskau mitteilte, würde man Assad kein Asyl gewähren. Derlei sei in einem persönlichen Telefonat zwischen Präsident Wladimir Putin und seinem US-amerikanischen Kollegen Barack Obama nicht zur Sprache gekommen. Einen Konsens konnten die beiden Männer jedoch nicht erreichen. Gemeinsam mit China lehnt Russland noch immer jegliche Sanktionen gegen Syrien ab.

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