Russland

Medwedew will Juden an der Grenze zu China ansiedeln

Der russische Premierminister Dimitri Medwedew möchte Juden in der Jüdischen Autonomen Oblast in Ost-Russland ansiedeln. Dazu bietet Moskau den Siedlern auch finanzielle Anreize. Doch die zeigen sich desinteressiert.

Der russische Premierminister Dimitri Medwedew möchte Juden in der ehemaligen Jüdischen Autonomen Oblast ansiedeln. Sie liegt an der russisch-chinesischen Grenze und wurde 1928 von Stalin gegründet.

Insgesamt 2.000 Menschen sollen aus Israel und anderswo abgeworben werden. Medwedew bietet den potentiellen Siedlern finanzielle Anreize. Neben einer Prämie in Höhe von 8.000 US-Dollar sollen ihre Reisekosten erstattet werden. Auch eine Krankenversicherung sollen die Menschen erhalten.

Doch der Präsident des Weltforums der Russisch sprechenden Juden, Alexander Levin, ist nicht begeistert von der Idee, berichtet die Jerusalem Post.

„Wir denken, dass diese Idee weder realistisch noch wichtig ist. Die Juden in der Ukraine, Russland und in allen anderen post-sowjetischen Ländern leben in den Großstädten und sind dort wirtschaftlich erfolgreich (…) Die Juden haben einen starken und entwickelten Staat und sollten speziell dort hingehen, um ihrer nationalen jüdischen Identität Ausdruck zu verleihen.“

Zudem ist die Region unterentwickelt. Aufgrund der schlechten Infrastruktur, ist Birobidschan von Nowosibirsk aus nur mit dem Flugzeug
zu erreichen. Eine Bahnfahrt würde mehrere Tage in Anspruch nehmen“, schreibt ein deutscher DAAD-Praktikant in seinem Aufenthaltsbericht in Russland.

Aktuell leben 176.558 Menschen in der Jüdischen Autonomen Oblast. Der Anteil der jüdischen Bevölkerung liegt bei 0,9 Prozent. Über 90 Prozent sind Russen. Ein Aufleben jüdischen Lebens in der Region ist unwahrscheinlich. Doch noch heute gibt es einen Rundfunk, der Sendungen auf Jiddisch sendet. Jiddisch wird auch in den Schulen gelehrt. Es findet jährlich ein jüdisches Kulturfestival in Birobidschan -  Hauptstadt der Region – statt.

 

 

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