FUSSBALL

Nach Rückzug von Dick Advocaat: Russland sollte nicht mehr auf ausländische Trainer setzen

In rasender Geschwindigkeit macht die Nachricht derzeit die Runde: Der russische Nationaltrainer Dick Advocaat will sein Amt bereits nach der EM 2012 abgeben. Schon werden erste Stimmen laut, Russland solle künftig vorsichtig sein, wenn es um die Ernennung eines neune Trainers gehe. Für einen der besten Abwehrspieler Russlands etwa kommt ein Ausländer gar nicht mehr in Frage.

Zappenduster in Russland? Wer übernimmt das Training der Fußball-Nationalmannschaft? (Foto: Peter Ankerstål/flickr)

Zappenduster in Russland? Wer übernimmt das Training der Fußball-Nationalmannschaft? (Foto: Peter Ankerstål/flickr)

“Ich werde nicht weitermachen”, so die lapidare Erklärung von Dick Advocaat gegenüber den russischen Medien. Schon im kommenden Juli soll für den 64-jährigen Niederländer Schluss sein. Finanzielle Gründe, so gibt der einstige Coach von Bundesligist Borussia Mönchengladbach an diesem Montag an, hätten bei seiner Entscheidung jedoch keine Rolle gespielt. Eine Verlängerung, wie es der 2010 geschlossene Vertrag vorsieht, will der Nachfolger von Landsmann Guus Hiddink allerdings nicht wahrnehmen.

Gibt es neue Angebote? Was ist dran an den Gerüchten, dass Advocaat sowohl von seinem ehemaligen Club PSV Einhoven als auch von Dynamo Moskau umworben wird? Für Spieler Sergei Ignashevich von ZSKA Moskau spielt das keine Rolle. Seiner Ansicht nach sollte Russland auf der Hut sein, wenn es um die Nachfolge von Advocaat gehe. Dieser, so erklärt Ignashevich, habe zuvor bei Zenit St. Petersburg gearbeitet. Doch einen ausländischen Coach neu ins Land holen, das, so die Ansicht des Spielers, könne nach hinten los gehen.

Ignashevich Favoriten: Luciano Spalletti oder Guus Hiddink

“Wenn wir jetzt einen Trainer engagieren, der keinerlei Erfahrung mit der Arbeit in Russland hat, dann ist das ein erhebliches Risiko”, ist Ignashevich überzeugt. “Derjenige bräuchte eine lange Zeit, um sich mit den speziellen Merkmalen dieses Arbeitsplatzes vertraut zu machen.” Zenit-Trainer Luciano Spalletti und Anzhi-Trainer Guus Hiddink, der die Nationalmannschaft zwischen 2006 und 2010 trainiert hat, hingegen seien Ausländer, von denen das Team profitieren könnte. “Beide sind mit der Arbeit in unserem Land vertraut und haben eine Menge getan, um sich selbst zu empfehlen. Wenn wir also speziell nach einem ausländischen Trainer Ausschau halten, dann sind diese beiden Optionen meines Erachtens nach diejenigen, auf die sich zuerst ein Blick lohnt.”

Bereits seit 2006, als  Yuri Syomin seinen Posten quittierte, wurde das Team von keinem russischen Trainer mehr trainiert. Doch nach Ansicht von Ignashevich sollte genau das ernsthaft wieder in Betracht gezogen werden. “Die Chance ist günstig, jetzt wieder einen russischen Trainer zum Zuge kommen zu lassen. Wie die Erfahrung zeigt, gibt es keinen großen Unterschied in den Methoden der Vorbereitung und Durchführung des Lernprozesses zwischen unseren Coaches, die bei führenden russischen Clubs arbeiten, und den besten europäischen Coaches.” Er ist überzeugt, die russischen Trainer stehen ihren ausländischen Kollegen in nichts zurück und hätten vor allem die Chance verdient das großartigste Team Russlands zu trainieren.

Vier russische Trainer kommen für den Posten in Frage

Diese Meinung vertritt auch sein Teamkollege Vasily Berezutsky. Aktuell stehen in der russischen Oberliga vier Trainer zur Auswahl. Leonid Slutsky von ZSKA Moskau, Valery Karpin von Spartak Moskau, Sergei Silkin von Dynamo Moskau und schließlich der Boss von Rubin Kazan, Kurban Berdyev.

Vor zwei Jahren trat Advocaat den Posten an:

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