Überwachung

Putin will 300.000 Videokameras in Wahllokalen installieren

Um einen Wahlbetrug während der Präsidentschaftswahlen am 4. März zu verhindern, will Ministerpräsident Wladimir Putin 300.000 Videokameras in Wahllokalen aufstellen lassen, die per Livestream im Internet abrufbar sind. Experten, und sogar Putin selbst bezweifeln allerdings, dass das russische Internet einer solchen Datenflut standhält.

Geht es nach Wladimir Putin, sollen 300.000 Videokameras die Präsidentschaftswahlen überwachen. (Foto: fraencko/flickr)

Geht es nach Wladimir Putin, sollen 300.000 Videokameras die Präsidentschaftswahlen überwachen. (Foto: fraencko/flickr)

Ministerpräsident Wladimir Putin hat in dieser Woche in einer jährlich im Fernsehen übertragenen Sendung, an der sich Hörer per Telefon beteiligen können, vorgeschlagen, 300.000 Videokameras in den Wahllokalen zu installieren. Er reagierte damit auf die Wahlbetrugsvorwürfe, die seit den kürzlichen Parlamentswahlen Tausende Russen zum Protest auf die Straße getrieben haben. Im Zusammenhang mit den geplanten Videokamera-Installationen stellte Putin allerdings gleichzeitig die russische Internetkapazität in Frage, wenn die Geräte alle gleichzeitig senden.

Auch Ilya Massukh, stellvertretender Leiter des Kommunikationsministeriums, glaubt, dass das Internet am 4. März zumindest in Teilen Russlands aufgrund der Kamera-Livestreams erheblich langsamer funktionieren könnte als sonst. Gegenüber der russischen Tageszeitung “Wedomosti” sagte er, die wichtigsten Kommunikationsverbindungen in Russland würden durchschnittlich 70 Gigabit pro Sekunde übertragen. Bei diesem Projekt allerdings könnte die Übertragung auf fast 100 Gigabit pro Sekunde ansteigen. Eine Folge davon könne sein, dass die Leitungen verstopfen.

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