ERNÄHRUNG

Verbraucherschutzbehörde: Russen sollen keine Hamburger mehr essen!

Gennady Onishchenko, Direktor der staatlichen Verbraucherschutzbehörde Russlands hat die Bürger des Landes aufgefordert, künftig keine Hamburger mehr zu verzehren. Derartige Appelle an die Bevölkerung sind nicht neu: Erst im vergangenen Monat stand Sushi auf der “roten Liste”.

Wegen Würmern in einem McChicken ließ sich Gennady Onishchenko, Direktor der staatlichen Verbraucherschutzbehörde Russlands, zu einer grundsätzlichen Hamburger-Warnung hinreißen. (Foto: coffee bee/flickr)

Wegen Würmern in einem McChicken ließ sich Gennady Onishchenko, Direktor der staatlichen Verbraucherschutzbehörde Russlands, zu einer grundsätzlichen Hamburger-Warnung hinreißen. (Foto: coffee bee/flickr)

Onishchenkos Aufforderung am 23. Juli kam nicht von Ungefähr. Zuvor gab es Berichte, wonach in einem Hühnchen-Burger aus einem McDonald’s Restaurant in Moskau Würmer gefunden worden seien. Daraufhin kündigte Onishchenko an, dass er eine Inspektion des Schnellrestaurants anordnen würde, wenn die Geschädigte eine offizielle Beschwerde einreichen würde. Den Hühnchen-Burger selbst bezeichnte er als kein richtiges Essen.

Im Zuge des Vorfalls machte er die russische Bevölkerung noch einmal darauf aufmerksam, dass Hamburger – selbst ohne Würmer – alles andere als eine gute Wahl für eine Mahlzeit seien. Weder für Moskauer noch für alle anderen Russen. Er betonte: “Das ist nicht unsere Küche.”

McDonald’s erstattet “Mariya” den McChicken

Am 23. Juli hatte die Radiostation Kommersant FM eine Frau namens “Mariya” interviewt, die behauptete in der Verpackung ihres McChickens Würmer entdeckt zu haben: “Wir setzten uns ins Auto und ich fing an meinen McChicken zu essen. Ich hatte bereits über die Hälfte verzehrt, als ich einen Wurm auf dem Kartonboden sah. Dann entdeckte ich einen weiteren Wurm auf einem dort liegenden Stück Salat.” Wie der Radiosender berichtete, habe McDonalds “Mariya” das Geld für ihren Burger erstattet. Zu einer Stellungnahme sei die Kette jedoch trotz wiederholter Anfragen nicht bereit gewesen.

Es ist übrigens nicht die erste Warnung, die Onishchenkos in diesem Sommer ausspricht und den Russen die eigene anstatt ausländischer Küche ans Herz legt. Erst im vergangenen Monat empfahl er den russischen Bürgerinnen und Bürgern kein Sushi mehr zu verzehren. Der Grund: Während einer Reihe von Inspektionen seien nahezu 100 Regelverletzungen entdeckt worden. Insgesamt wurden den betroffenen Restaurants Strafen in Höhe von 694,000 Rubel, umgerechnet etwa 21,400 US-Dollar, aufgebrummt.

Schlechte Beziehungen: Verbot ausländischer Produkte

Bereits in der Vergangenheit hat sich der Direktor der staatlichen Verbraucherschutzbehörde Russlands in diese, vom Kreml unterstützte Richtung, geäußert. Medizinische Ratschläge und Warnungen über importierte Lebensmittel und Getränke ist die russische Bevölkerung also bereits gewohnt. So warnte er zum Beispiel während der Anti-Putin-Proteste im vergangenen Winter lieber nicht auf die Straße zu gehen. Schließlich könnten sie sich bei dem Wetter leicht erkälten. Ebenfalls noch in guter Erinnerung ist sein Verbot moldawischer und georgischer Weine, die er für den Verzehr als ungeeignet erachtete und somit eine der wichtigsten Exportgüter zu einer Zeit, als die Beziehungen zu den beiden Ländern ohnehin auf dem Tiefpunkt standen, beschnitt. Ebenfalls abgesehen hatte er es bereits auf ukrainischen Käse und weißrussische Milch. Auch hier waren die Beziehungen Moskaus zu den beiden Staaten ausschlaggebend. Ein Kontext, der im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen nach Ansicht der russischen Medien jedoch ausgeschlossen werden kann.

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