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Israel als Vorbild: Wassertechnologie aus dem Nahen Osten überzeugt in Russland

Nicht nur in Sachen Militärtechnologie könnten sich Russland und Israel demnächst näher kommen. Auf der Ecwatech Russia, der größten Fachmesse für Wasserwirtschaft in Osteuropa, interessierten sich die Besucher zwar nicht für Drohnen, dafür aber für israelische Wassertechnologie der Zukunft.

Russland muss sein Wassermanagement in den Griff bekommen. Dabei könnten israelische Lösungen helfen. (Foto: ERIO/flickr)

Russland muss sein Wassermanagement in den Griff bekommen. Dabei könnten israelische Lösungen helfen. (Foto: ERIO/flickr)

Die derzeitigen Verhandlungen Russlands mit Israel über den Bau einer neuen Drohne spielten auf der diesjährigen Ecwatech Russia, die vom 5. bis 8. Juni in Moskau stattfand, so gar keine Rolle. Hier standen ganz andere Verbindungsmöglichkeiten im Vordergrund. Aufmerksamkeit erregten die Israelis hier auf einem ganz anderen Gebiet – der Wassertechnologie.

Ganze 700 Aussteller aus der ganze Welt waren nach Moskau gekommen, um den mehr als 12.000 Besuchern ihre Ideen in punkto Wasser zu präsentieren. Der israelische Stand stach dabei vor allem  hochrangigen Vertretern der Moskauer und St. Petersburger Wasserbehörden genauso wie dem Leiter des größten privaten russischen Wasserversorgers “Rosvodokanal” ins Auge.

Der Markt für Abwasserreinigung in Russland wächst schnell

Der Stand wurde vom Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit, Israels Wirtschafts-Gesandtschaft in Moskau, vom israelischen Export-Institut und Israel NewTech organisiert. Rund 14 israelische Wassertechnologie-Unternehmen wurden im Rahmen der Expo vorgestellt, darunter: Amiad, Aqwise, Arad, ARI, Bermad, Blau I, Dorot, Hadas, Hakochav, Noga, Ooval und Powercom.

Aqwise, eines der anwesenden Unternehmen, das innovative Abwasser -Lösungen für den industriellen und kommunalen Markt entwickelt, konnte sogar einen Vertrag mit einem lokalen russischen Lieferanten unterschreiben. Hierzu erklärt Aqwise CEO Elad Frankel: “Der Markt für Abwasserreinigung in Russland wächst schnell, die Regulierung in diesem Bereich wird immer anspruchsvoller und zwingt Kommunen und Industriebetriebe strenge internationale Standards erfüllen.” Die Lösungen seines Unternehmens, so fährt er fort, hätten sich für eine Reihe von Sektoren als wirtschaftlich rentabel erwiesen und würden eine Vielzahl von Kunden-Anforderungen abdecken. Oded Distel, Leiter des Israel NewTech, fügte in diesem Zusammenhang hinzu: “Trotz der Tatsache, dass Russland ein Land mit viel Wasser ist, steht das Land vor komplexen ökologischen Herausforderungen, was das Management seiner Wassersysteme, aber auch das kommunale und industrielle Abwasser angeht.” Israelische Unternehmen böten hier eine Vielzahl von Lösungen für die Herausforderungen, denen sich russische Wasserversorger derzeit gegenüber sähen.

Dieser Ansicht is auch Eduard Shteinbuk, Leiter des israelischen Handels-und Wirtschaftsmission in Moskau. Seiner Ansicht nach habe der russische Markt ein großes Potential für israelische Wasser-Tech-Unternehmen: “Der russische Wassersektor durchlebt gerade einen Modernisierungsprozess, der mit einer signifikanten Beteiligung staatlicher Mittel sowohl auf Bundes- als auch auf regionaler Ebene einher geht. Israelische Unternehmen wiederum sind in der Lage, relevante Lösungen für Russlands Bedürfnisse zu bieten. Das schafft echte Chancen für eine Zusammenarbeit.”

Zukunftsbefürchtung: Wasser wird wertvoller als Öl

Überzeugt vom israelischen Knowhow sind übrigens nicht nur russische Behörden. Auch bei der OECD kommt die Ingenieurskunst aus dem Nahen Osten gut an. Wie OECD-Generalsekretär Angel Gurría ankündigte, wolle man die israelische Technologie auch in der Dritten Welt einsetzen, um der globalen Wasserkrise Herr zu werden. Denn eines Tages, davon ist nicht nur der israelische Energie-und Wasserwirtschaft Minister Uzi Landau überzeugt, könnte Wasser sogar wertvoller als heute Öl sein.

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